Nachsuche Brandenburg – mit Bernd Hellwig und Sascha Klären

Am 22.11.2015 hatte ich die Ehre das erste mal bei einer Nachsuche Brandenburg als Kameramann dabei sein zu können. Ich muss sagen, dass ich keine Ahnung hatte was auf mich zukommen würde, als ich der Nachsuche Brandenburg zustimmte, zumahl ich bei dem Wort „Nachsuche“ nicht davon ausging, dass es spannendes Thema sein könnte.
Eingeladen von Sascha Klären von der Jagdschule der Insel Rügen, ging es mit dem Hundeführer Bernd Hellwig und seiner Steirischen Bracke hinaus in die Wälder von Ostbrandenburg. Gesucht wurde eine ca. 50 Kilo schwere Sau, die einen Bauchtreffer bekommen hatte und die – mit diesem Treffer – wohl noch tagelang durch den Wald geirrt wäre. Anbei das Video, welches auf Youtube zu finden ist.

Nachsuche Brandenburg : mit Sascha Klären und Bernd Hellwig und einer steirischen Bracke in der Nähe von Berlin

Nachsuche wird im Waidwerk auch Schweißarbeit genannt. Ziel der Nachsuche ist das Verfolgen, dass Finden und das Erlegen von verletzten Wild. Wie schon das Sprichwort sagt: „Der Tiger ist angeschossen noch gefährlicher“ – ist auch die Nachsuche am Schwarzwild sehr gefährlich, denn als Jäger muss man davon ausgehen, dass zum Beispiel verletzte Keiler, ein hohes Verletzungspotential für Mensch und Hund darstellen. Nachdem wir – also Hundeführer, Jäger und Kameramann im Zielgebiet angekommen waren, ging es darum die erste Schweißfährte zu finden.

Das dauerte auch nicht sehr lange, der Schweißhund von Bernd Hellwig hatte dunkles Blut auf dem Boden gefunden, was dafür sprach das es ein Bauchtreffer war, denn es befanden sich wohl kleine Leberstücke in der Schweißspur. Danach ging die Suche dann auch los und nach ca. 1500 Meter durch die Wälder von Brandenburg, wurde die steirische Bracke ( Hinweis: Steirische Bracken finden Sie im Zwinger vom Lupusforst) nervöser und es deutete vieles darauf hin, dass die Sau in der Nähe sein musste. Mann muss dazu sagen, dass die Suche in der Nähe einer Fernverkehrsstraße stattfand und die Suche dadurch noch schwieriger wurde, denn das Schussfeld war mit der Straße natürlich begrenzt.
nachsuche-brandenburgDer Hundeführer ging mit dem Schweißhund bei der Nachsuche Brandenburg natürlich auch an der Straße entlang und wollte wissen ob die Sau möglicherweise die Seite gewechselt hat. Doch auf der anderen Seite der Straße fand der Hundführer keinen Schweiß und so musste die Sau irgendwo auf unserer Seite zu finden sein.

Nachdem der Hundeführer wieder auf unserer Seite gekommen war, sagte Sascha Klären noch zu mir: „Kameramann aufgepasst, die Sau ist hier ganz in der Nähe“. Dann kamen wir an ein Brombeerfeld und dort fand die steirische Bracke das Wundbett, welches noch sehr frisch war und die Spannung nun bei allen auf dem Höhepunkt war. Im Film zu hören ist, wie Sascha noch sagt: „Die Sau haben wir hier gerade hochgemacht“. Der Hundeführer bei der Nachsuche Brandenburg war vom Kameramann keine 15 Meter entfernt, als eine mittelschwere ca. 50 Kilo Bache auf Hund und Führer losging. Die Sau flüchtete, der Jäger war ihr dicht auf der Spur und ich als Kameramann hatte echt zu kämpfen um den Anschluss nicht zu verlieren. Nachdem der zweite Schuss auf die Sau abgefeuert wurde lief ich noch ca. 100 Meter durch den Wald und dort hatte die steirische Bracke dann die Sau gestellt und nachdem der Hund abliess, konnte Sascha dem Stück den Gnadenschuss setzten.
Wie man im Film sieht, war es für das Stück das beste, denn mit dem Schuss in die Weichteile hätte das Tier wohl noch Tage gebraucht um zu verenden. Auch wenn es für manch einen grausam aussieht, erkennt man doch an diesen Bildern wie wichtig optimales Waidwerk ist.